Ohne Nutella, aber mit viel Zuversicht PB2017

Geichlingen/Konz Der vollmundigen Ankündigung sind die ersten Taten gefolgt: Nach seiner Vorhersage, in diesem Jahr nach fast eineinhalb Jahren Pause das richtig „dicke Brett zu bohren“ und erstmals die gesamte Seitenwagen-WM zu fahren, hat Jens Lehnertz zum ersten Mal Ernst gemacht. Wenige Wochen vor dem Start in die neue WM-Saison war der gebürtige Eifeler, der in Konz wohnt, am Wochenende mit seinem neuen Partner, dem Österreicher Peter Kimeswenger, unterwegs zum Testen. Auf dem Panonia-Ring in Ungarn haben die beiden erste aufschlussreiche Runden auf ihrer LCR Kawasaki in den Asphalt gebrannt.

Doch die eigentliche Vorbereitung auf das erste komplette WM-Jahr hat bei Lehnertz bereits viel früher schon auf anderer Ebene begonnen. Mit einer Ernährungsumstellung nämlich. „Bei mir sind Kalorienbomben wie Nutella oder Cola gestrichen. Seit Monaten ernähre ich mich streng nach einem auf mich speziell abgestimmten Speiseplan“, erzählt Lehnertz. Vor allem im Bereich der Wirbelsäule habe er noch „das eine oder andere Pfund zu viel“, ergänzt er. „Und das muss man auf der Maschine im Rennen nicht unbedingt hin und her wuchten.“
Auf dem Panonia-Ring, wo im Laufe des Jahres, auch noch ein WM-Lauf stattfinden wird, waren insgesamt 13 Gespanne und vier weitere Single-Teams aus der aktuellen Top-Szene vertreten. „Wir waren mit zwei Bikes unterwegs“, schildert der sichtlich zufriedene Lehnertz den „Ausflug“ nach Ungarn. „Zuerst mit Peters 1000 ccm großer LCR BWM und dann auch noch mit der 600er Kawasaki, mit der wir auch die WM-Rennen bestreiten werden.“
Beim ersten Roll-out in der neuen Saison hatte das Gespann Kimeswenger / Lehnertz naturgemäß „noch einiges mit der Abstimmung zu tun“, wie der ehemalige IDM-Champion erzählt. „Sehr kraft-intensiv“ seien die ersten Runen gelaufen und etwas „unrund.“ Der Österreicher habe seinen Fahrstil, den Lehnertz als sehr hart empfand, in den drei Tagen in den vielen Testrunden mit beiden Maschinen etwas umgestellt.

„Es liegt zwar noch viel Arbeit vor uns, aber ich war überrascht,, wie schnell Peter alle meine Tipps umgesetzt hat“, sagt der Konzer, der nach seiner selbst verordneten Pause kein Neueinsteiger ist, sondern von seiner großen Erfahrung in der IDM (Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft) profitiert.
Auch sein neuer Partner aus Oberösterreich ist zuversichtlich. „Es war ein gutes Wochenende. Wir konnten viele Runden im Trockenen und im Nassen drehen. Wir hatten ausreichend Gelegenheit, uns ans neue Gespann und auch aneinander zu gewöhnen. Es dauert zwar noch, bis wir ein eingespieltes Team werden, aber wir sind auf einem guten Weg.
Jens Lehnertz bläst nach den drei ersten gemeinsam Testtagen in das gleiche Horn. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ziemlich schnell den Anschluss an die Top 5 in der internationalen Szene schaffen und vielleicht auch einmal in den Kampf um das Podium bei einem Rennen eingreifen können.“
Bis zum Saisonstart Mitte April in Le Mans gilt jetzt das Augenmerk dem Bike: „In den nächsten Tagen werden wir nur noch einmal kurz auf den Prüfstand von Sattler Motorsport gehen, um die letzten Feinheiten aus der Elektronik zu kitzeln. Die meiste Arbeit hat danach nur noch der Lackierer.“

DIE MOTORRAD- WELTMEISTERSCHAFT

 

Extra

(jüb) Auf dem Traditionskurs im französischen Le Mans wird am Samstag, 15. April, das erste der insgesamt neun WM-Rennen in diesem Jahr gefahren. Wichtigste technische Neuerung der Saison ist die Reduzierung der Motoren auf 600 Kubikzentimeter Hubraum. Es folgen am Samstag/Sonntag, 20. / 21. Mai, die beiden WM-Läufe auf deutschem Boden in Oschersleben. Gefahren wird zudem in Ungarn, Kroatien und eventuell in Großbritannien. Sein eigentliches „Heimspiel“ hat Lehnertz am Wochenende 6. / 7. August im holländischen Assen. Dort werden mehr als 100 000 Fans aus der Biker-Szene erwartet.

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